Sonnenstrom vom eigenen Dach – Infoschreiben an Hauseigentümer im Geisaer Land

Gastbeitrag von Anja Nimmich

Lohnt sich eigentlich eine Solaranlage auf dem eigenen Hausdach? Diese Frage stellen sich bei der Reduzierung der Einspeisungspreise immer öfter die Hauseigentümer.

Mit der Informationskampagne „Solar Empowerment“, durchgeführt vom Wartburgkreis, der Thüringer Landesenergieagentur ThEGA und der Universität Erfurt sollen Eigentümer hierzu weitere Informationen bekommen.

Auch die Kommunen des Geisaer Landes beteiligen sich im Rahmen des Projektes „energieLAND:Geisa“ an der Aktion. Per Zufallsverfahren werden dabei ausgewählte Hauseigentümer geeigneter Wohngebäude ab Ende Juni einen persönlichen Brief mit einer individuellen Potenzialanalyse für ihre Immobilie bekommen.

Darin finden sich Abschätzungen zur möglichen jährlichen Stromerzeugung, zu Installationskosten, zur Amortisationszeit und zum CO₂-Einsparpotenzial.

„Die Angaben sind als erste Orientierung gedacht und ersetzen keine individuelle Fachplanung“, erklärt Olga Antosz, zuständige Projektleiterin bei der Stadt Geisa. Das Anschreiben selbst ist völlig unverbindlich und dient der reinen Information.

„Mit dieser sollen Hauseigentümer eine unabhängige Entscheidungsgrundlage für eine mögliche Investition auf ihrem Dach bekommen“, so Antosz. Zusätzlich wird eine Telefonnummer als Solarhotline für alle interessierten Bürger freigeschaltet.

Dort können alle Hauseigentümer, auch die die nicht angeschrieben wurden, ihr persönliches Solarpotenzial telefonisch bei den Fachberatern der ThEGA erfragen.

Die Solarhotline ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 10 Uhr und 18 bis 20 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr unter Telefon 0361 34946101 für die kommenden acht Wochen bis Ende August freigeschaltet.

Außerdem kann das Solarpotenzial des eigenen Gebäudes auch online und kostenlos über den Thüringer Solarrechner www.solarrechner-thueringen.de geprüft werden.

„Für die Region rund um Geisa haben Dachflächen eine besondere Bedeutung“, erklärt Geisas Bürgermeisterin Manuela Henkel. Weil das Gemeindegebiet im Biosphärenreservat Rhön liegt, sind großflächige Photovoltaik-Freiflächenanlagen hier nicht möglich.

„Deshalb ist es besonders wichtig, das vorhandene Potenzial auf den Dächern konsequent zu nutzen und die Sonnenenergie direkt dort einzufangen, wo sie gebraucht wird: auf dem eigenen Haus“, so die Bürgermeisterin.

Gleichzeitig bedeutet eine eigene Photovoltaikanlage mehr Unabhängigkeit: Wer seinen Hausstrom selbst produziert, ist weniger abhängig von Preisschwankungen auf dem Energiemarkt und leistet gleichzeitig einen konkreten Beitrag zur Energiewende vor Ort.

Gerade bei steigenden Strompreisen ist das ein überzeugendes Argument.